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Disability Mainstreaming

Gender und Dis/Ability im Fokus

Unter dem Titel “Intersektional + Interdisziplinär. Dis/Ability und Gender im Fokus” fand im Juni 2017 ein Workshop an der Universität zu Köln statt. Organisiert von Urte Helduser, Sarah Karim und Anne Waldschmidt, fanden sich zahlreiche Referent_innen im Neuen Senatssaal der Uni ein, um über Disability Mainstreaming, Verkörperungen in der Politik oder den Bioethikdiskurs in den Human Enhancement Technologies zu diskutieren. Trotz der Hitze gab es spannende Diskussionen und erhellende Momente. Den brütenden Kopf konnten wird dank des wunderbaren Caterings mit kalten Getränken kühlen.

disability mainstreaming

© Katrin Herbon

Inklusionshype und Disability Mainstreaming

Aufgrund des Inklusionshypes würden Veränderungen eintreten, die möglicherweise zu einer Neuordnung von Ein- und Ausschließungsprozessen führen, so Heike Raabs These. Ähnlich zum Gender Mainstreaming würden insbesondere Institutionen oder Unternehmen auf den ‘Inklusionszug’ aufspringen, was teilweise seltsame Dynamiken hervorbringe (Stichwort ‘Behindertenwerkstätten’). Wie Un-Doing Disability stattfinden könne, werde zur immer drängenderen Frage, der sich Wissenschaftler_innen annehmen müssten.

Die Forderung, Macht umzuverteilen und dadurch positive Entwicklungen für Menschen mit Behinderung zu erreichen, allein könne nicht die einzige Antwort auf diese Frage sein. Denn durch das Disability Mainstreaming würden Subjekte in Institutionen eingeschlossen, wenn nicht sogar weggeschlossen und unsichtbar gemacht. Einschluss bedeute dann Ausschluss.

Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Disability Mainstreaming solle unter anderem folgende Fragen beinhalten:

  • Welche Rolle spielen andere Kategorien (wie Klasse)?
  • Wie findet die Umverteilung der Handlungsmacht statt (etwa über Löhne)?
  • Welche binären Strukturen werden gestützt und wie lassen sie sich auflösen?

Das Programm der Critical Disability Studies sieht vor, die normalisierenden Organisationsprinzipien zu beleuchten. Das beginne eben schon bei der sensiblen Identifikation der “Betroffenen”.

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